Staab Architekten, Marcus Ebener

Preisträger Der Hugo-Häring-Landespreis 2018
Preisträger Hugo-Häring-Auszeichnung Stuttgart/Mittlerer Neckar 2017

Generalsanierung Haus des Landtags

Stuttgart

Staab Architekten, Marcus Ebener

Generalsanierung Haus des Landtags

Stuttgart
Projekt
Generalsanierung Haus des Landtags
Architekt
Staab Architekten GmbH
Bauherr
Land Baden-Württemberg vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Stuttgart

Der Umgang mit Baudenkmalen der jüngeren Architekturgeschichte ist eine Aufgabe, die Architekten in zunehmendem Maße beschäftigt. Selten gelingen diese Herausforderungen so bravourös wie im vorliegenden Fall des Landtags von Baden-Württemberg, erfordern sie doch einerseits akribische Recherche, ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Auseinandersetzung mit dem Denkmalschutz und andererseits die visionäre Kraft und Weitsicht über den reinen Substanzerhalt hinaus zu denken. Nun ist der Geist des Gebäudes zu neuem Leben erweckt und reflektiert in seinem architektonischen Ausdruck mit fast heiterer Gelassenheit das demokratische Selbstverständnis des Landes Baden-Württembergs.

Staab Architekten, Marcus Ebener
Staab Architekten, Marcus Ebener
Staab Architekten, Marcus Ebener
Staab Architekten, Marcus Ebener

Preisträger

Der Hugo-Häring-Landespreis 2018

Denkmale sollen heutzutage sowohl historische Ausstrahlung besitzen als auch alle Anforderungen an ein modernes Gebäude in Bezug auf Technik, Energieeffizienz und Komfort erfüllen. Die heikle Aufgabe, das Haus des Landtags aus den sechziger Jahren für die Zukunft zu ertüchtigen, meistern die Architekten mit großem Respekt vor dem für die Nachkriegsgeschichte des Landes eminent wichtigen Bau, ohne dessen zentrale „Botschaft“ zu verraten. So ist es ihnen gelungen, dem Wunsch der Abgeordneten nach mehr Licht und Luft im Plenarsaal nachzukommen und dennoch den programmatischen Gegensatz von transparenten, großflächig verglasten Fassaden und der introvertierten Mitte bestehen zu lassen. Beispielhaft ist die Lösung, mithilfe der Decke aus satiniertem Glas natürliches Licht in den Saal zu bringen und Tag und Nacht, Sonne und Regen auch im Inneren erlebbar zu machen. Zugleich konnte durch die trichterförmigen Öffnungen, die die Lichtdecke illuminieren, der Baukörper in seinem Erscheinungsbild unverändert erhalten bleiben. Von Sensibilität im Umgang mit dem Baudenkmal zeugen auch die seitlichen Öffnungen in der Saalwand, die so geschickt platziert und dimensioniert wurden, dass die räumliche Inszenierung aus quadratischem Grundriss und neuneckiger Plenarkapsel keinen Schaden nimmt.

Das Haus hat sich nach der Generalsanierung im Großen wie im Kleinen die Patina des ersten Parlamentsbaus in Europa nach 1945 bewahrt und strahlt gleichwohl die Frische einer heutigen Volksvertretung aus. Ein preiswürdiger Umgang mit einem bedeutenden Baudenkmal der Moderne.

Preisträger

Hugo-Häring-Auszeichnung Stuttgart/Mittlerer Neckar 2017