bild_raum, stephan Baumann

Preisträger Der Hugo-Häring-Landespreis 2018
Preisträger Hugo-Häring-Auszeichnung Karlsruhe 2017

Turmbergterrasse

Karlsruhe-Durlach

bild_raum, stephan Baumann

Turmbergterrasse

Karlsruhe-Durlach
Projekt
Turmbergterrasse
Architekt
Hähnig I Gemmeke, Freie Architekten BDA
Bauherr
Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft vertreten durch Herrn Thomas Dueck, Stadtbauamt Durlach

Der Turmberg war seit jeher ein beliebtes Ziel, um die Aussicht nach Westen bis hin zu den Pfälzer Bergen und Vogesen zu erleben. Doch was zuletzt nur eine simple Plattform hoch über den angrenzenden Weinbergen war, ist nun ein abgetreppter Außenraum, der viele gleichberechtigte Sitzstufen mit freier Sicht in die Rheinebene bietet. Jeder hat einen Platz in der „ersten Reihe“ und Bürger jeden Alters nehmen dieses Angebot zahlreich an, kommen auf einen Plausch oder zum Picknick und genießen den Ausblick auf ihre Stadt. Die Stufenanlage wird im Norden durch die Bergstation der Turmbergbahn räumlich begrenzt und südlich durch ein neues Gebäudevolumen gefasst. Hier bietet sich eine überdachte Terrasse, die auch den Zugang zu einem Veranstaltungsraum bildet, der sich unterhalb dieser Terrasse erstreckt. Dieser flexibel nutzbare Raum kann von allen Bürgern gemietet werden und wird vielfach für Trauungen genutzt. Die großzügigen Schiebetüren ermöglichen den ungehinderten Ausblick ins Tal und in den angrenzenden Schauweinberg. Die robuste Architektur ist ganz selbstverständlich als differenziertes Volumen in die Landschaft gesetzt. Doch über die gute Architektur hinaus ist es gelungen, einen attraktiven Ort für alle Bürger zu schaffen: Ein Glücksfall für Durlach und Karlsruhe.

bild_raum, stephan Baumann
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Preisträger

Der Hugo-Häring-Landespreis 2018

Dem Projekt gelingt es, etwas zu erreichen, was der Architektur weniger oft gelingt als sie es selbst behauptet: einen öffentlichen Ort zu schaffen, der die mentale Karte der Stadtbewohner offensichtlich verändert. Der Ort wird von der Öffentlichkeit in einer Breite und Gelassenheit akzeptiert, die beim Bau in diesem Ausmaß kaum vorhersehbar war. Natürlich profitiert der Ort dabei von der Qualität eines Ausblicks, welcher an case study Häuser erinnert. Am Abend scheint der Ort eine gewisse Weichheit auszustrahlen, welche die konzeptionelle Klarheit gewissermaßen überformt. Es gilt allerdings auch zu anerkennen, dass dabei Mittel zur Anwendung gelangen, die sehr bescheiden und außerordentlich klug gewählt wurden: Auf spannungsvolle Art wurde ein Raum zwischen der Bergstation und dem Aussichtshaus aufgespannt, in welchen sich die Sitzterrasse - ein informeller Raum, der dem heutigen Habitus vor allem jüngerer Besucher entgegenkommt - topographisch auf selbstverständliche Art einfügt. Mit einfachsten Mitteln, einem Wandstück mit einem den Blick lenkenden Dach und mit einer Raum schaffenden massiven Brüstung, schafft die Terrasse praktisch ein Zuhause für diese Aussicht. Dazu gehört auch der mietbare Veranstaltungsraum unter der Terrasse. Die Anlage verfügt über eine unmittelbare Erfahrbarkeit, welche zur Beschlagnahmung durch die Öffentlichkeit mit ihren diszipliniert eingesetzten räumlichen und architektonischen Mitteln geradezu einlädt.

Preisträger

Hugo-Häring-Auszeichnung Karlsruhe 2017